Donald Trump hat seine Angriffe auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erneut verschärft. Während eines Wirtschaftsforums in Miami bezeichnete er Selenskyj als „Diktator“ und kritisierte ihn für die Ablehnung eines angeblichen Abkommens, bei dem die Ukraine US-Hilfen mit natürlichen Ressourcen hätte kompensieren sollen. Zudem warnte Trump, dass Selenskyj riskieren könnte, sein gesamtes Staatsgebiet zu verlieren.
Trump wiederholte dabei falsche Angaben über die Höhe der US-Unterstützung für die Ukraine und sprach von 350 Milliarden Dollar – tatsächlich liegt die Summe bei etwa 150 Milliarden Dollar. Außerdem warf er Selenskyj vor, den USA Rohstoffe im Wert von 500 Milliarden Dollar vorzuenthalten.
Parteiübergreifende Kritik: "Der Weg zum Frieden muss auf Wahrheit begründet werden"
Seine Aussagen sorgten für parteiübergreifende Kritik. Insbesondere seine Behauptung, die Ukraine sei für den Kriegsausbruch verantwortlich, stieß auf Widerspruch. Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski betonte, dass Selenskyj demokratisch gewählt sei und stellte klar: „Ich habe keinen Zweifel daran, wer diesen Krieg begonnen hat.“ Auch Trumps ehemaliger Vize-Präsident Mike Pence meldete sich zu Wort. "Mr. President, die Ukraine hat diesen Krieg nicht “begonnen”. Russland hat eine unprovozierte und brutale Invasion angezetellt, die hunderttausende Menschenleben gefordert hat. Der Weg zum Frieden muss auf Wahrheit begründet werden", so Pence auf X.
Auch die Demokraten verurteilten Trumps Äußerungen scharf und nannten sie eines Staatsoberhaupts unwürdig.
Trumps Äußerungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt: Während in den USA die innenpolitische Debatte über weitere Hilfen für die Ukraine andauert, werden seine Aussagen in Kiew mit Sorge verfolgt. Beobachter sehen darin eine erneute Annäherung des US-Präsidenten an Russland.
IAR/adn